Supervision / Selbsterfahrung
Supervision ist eine eigenständige Reflexionsmethode, die ursprünglich in der sozialen Arbeit entwickelt wurde und heute für viele Menschen eine wichtige Begleitung ihrer Berufsarbeit darstellt. Supervision beleuchtet eine berufsbezogene Situation aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. Kontexten und ermöglicht ein vertieftes Verstehen, sodass Wahlmöglichkeiten für Handeln geschaffen werden.
Die durch die Supervision beabsichtigte Kompetenzerweiterung liegt v.a. in den Bereichen der beruflichen Rolle und des Selbstverständnisses, der Gestaltung von Arbeitsbeziehungen bzw. der Kooperationsfähigkeit sowie der Einflussnahme auf institutionelle Arbeitsstrukturen.
Supervision befasst sich unter anderem mit folgenden Themen:
Klarheit der beruflichen Aufgaben und Rolle gewinnen
Kontakt und Beziehung zu den KlientInnen bzw. PatientInnen aufbauen sowie angemessene Nähe und Distanz herstellen.
Fachliche Zielvorstellungen entwickeln, konkretisieren und überprüfen
Eigene Fähigkeiten und Stärken ausbauen sowie eigene Unzulänglichkeiten und Schwächen erkennen
Biographische Einflüsse auf das berufliche Handeln analysieren mit dem Ziel der Weiterentwicklung von Handlungskompetenzen
Energie einteilen sowie Spaß und Freude am Beruf haben
Supervision für SozialpädagogInnen, Pflegekräfte, Klinische- und GesundheitspsychologInnen
Der postgraduelle Erwerb praktischer fachlicher Kompetenz für den Bereich der Klinischen Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie setzt eine die Tätigkeit begleitende gleichzeitige Fallsupervision in der Gesamtdauer von zumindest 120 Einheiten voraus, wovon zumindest 40 Einheiten in Einzelsupervision zu absolvieren sind.
Selbsterfahrung
Im Rahmen des Arbeitselements „Selbsterfahrung“ geht es darum, Selbsterfahrung, Selbstexploration bzw. Selbstreflexion als existentielle Aspekte des „privaten Lebens“ und als wichtige Wirkfaktoren für die berufliche Arbeit und das psychotherapeutische, klinisch psychologische und gesundheitspsychologische Handeln zu erkennen und gezielt zu fördern. Dabei steht die professionelle Aufarbeitung der Selbsterfahrung als psychologisches, psychotherapeutisches Instrument für eine bessere Selbsterfahrung/Supervision/kollegiale Intervision 2 von 5 zwischenmenschliche Verständigung gerade während des Behandlungsprozesses im Mittelpunkt.
Die Selbsterfahrung lässt sich in drei Bereiche bzw. Segmente unterteilen:
Die private Alltagserfahrung als individuelle Selbsterfahrung hilft die täglichen Anforderungen und Probleme zu meistern. Dieser Bereich der Selbsterfahrung hat individuell handlungsleitenden Charakter und dient als praktische Lebenshilfe
Die professionelle Erfahrung als berufliche Selbsterfahrung zielt darauf ab, Sicherheit, Routine und Gelassenheit im beruflichen Tun zu vermitteln.
Die biographische Erfahrung als überdauernder persönlichkeitsspezifischer Anteil stellt eine Verschmelzung der privaten und beruflichen Alltagserfahrungen unter Herausbildung spezifischer Persönlichkeitsstrukturen dar.